Die UV-Lichttherapie oder Ultraviolettlicht-Bestrahlung ist eine wichtige Therapieform zur Behandlung zahlreicher Hautkrankheiten. Zu diesen Erkrankungen zählen Neurodermitis, Schuppenflechte, chronische Ekzeme, unstillbarer Juckreiz (Pruritus) und die Weißfleckenkrankheit (Vitiligo), welche die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen. Diese Hauterkrankungen treten insbesondere im Herbst und Winter auf, wenn die Sonne weniger UV-Licht abstrahlt.
Wie funktioniert die UV-Lichttherapie?
Spezielle Bestrahlungsgeräte mit UVA- oder UVB-Lichtspektrum führen dem Körper das fehlende UV-Licht zu. In der ärztlichen Praxis hat sich das UVB-Schmalband (Wellenlänge 310 – 315 nm) für den Einsatz bei der Bestrahlung durchgesetzt, weil es sich in der Vergangenheit als effektiver und nebenwirkungsärmer erwies. Aber auch Geräte, die UVB-Breitband (Wellenlänge 280 – 320 nm) abstrahlen, das möglichst nahe an den Charakter des Sonnenlichtes angeglichen ist, sind noch im Gebrauch.
Darüber hinaus hat sich als neuere Behandlungsform die systemische Photochemotherapie (PUVA-Therapie) etabliert. Dabei wird UVA-Licht (Wellenlänge 320 – 400 nm), auch gemeinhin als „Schwarzlicht“ bezeichnet, in Kombination mit dem Medikament Psolaren eingesetzt. Das Medikament wird in Form von Tabletten, Badezusätzen, Cremes oder Lösungen verabreicht. Anschließend erfolgt eine Bestrahlung mit dem energieärmeren UVA-Licht.
Je nachdem, welche Hautbereiche betroffen sind, kommen Bestrahlungsgeräte von unterschiedlicher Größe zum Einsatz: UV-Kamm- oder Stabgeräte zur Behandlung der Kopfhaut oder kleinerer Hautpartien; UV-Teilkörperbestrahlungsgeräte zur Behandlung der Hände, Füße oder des Gesichts; UV-Fluter zur Ganzkörperbestrahlung.
Meist führen Hautärzte die UV-Lichttherapie in ihrer Praxis durch. Die Patienten erscheinen 3 – 5 mal pro Woche beim Arzt, oftmals über einen Zeitraum von mehreren Wochen. Die Geräte sind allerdings auch im freien Handel erhältlich und kosten in etwa zwischen 150 und 2.000 €. Auf Grund der Behandlungslänge schaffen sich immer mehr Patienten selbst ein solches Gerät an, um die Anwendungen in Rücksprache mit dem behandelnden Arzt bequem zu Hause durchzuführen.
Wie wirkt die Lichttherapie?
Die Ursache für Neurodermitis ist ein überaktives Immunsystem. Das in der Lichttherapie verabreichte UV-Licht beruhigt das Immunsystem in den oberen Hautschichten.
Bei der Schuppenflechte kommt es zu einer vermehrten Bildung und Abschuppung der Hautzellen, was von einer Stoffwechselstörung herrührt. Die UV-Strahlung wirkt in diesem Fall wachstumshemmend und stoppt diese Störung.
Bei der Weißfleckenkrankheit regt die UV-Lichttherapie die sogenannten Melanozyten – pigmentbildende Zellen – dazu an, das Pigment Melanin zu produzieren. Das Melanin wird an die umgebenden Hautzellen abgegeben, die sich dadurch dunkler färben und die Haut brauner wirken lassen.
Die UV-Lichttherapie eignet sich auch zur Vorbeugung einer Sonnenallergie und zwar wesentlich besser als ein Besuch im Solarium, um die Haut vor dem Urlaub auf die Sonne vorzubereiten.
Außerdem fördert die UV-Bestrahlung die Bildung des Vitamins D3. Das Vitamin spielt für den Kalziumstoffwechsel und Knochenaufbau eine wichtige Rolle.
Angenehmer Nebeneffekt der UV-Lichtbehandlung: Häufig erspart die Bestrahlung dem Patienten die Einnahme von cortisonhaltigen Medikamenten.